Von der Bereitschaft, das Leben zu ändern.



Den Gedanken, endlich suchtfrei zu leben haben viele, aber die meisten Betroffenen fürchten sich vor der Veränderung und dem 'was kommt dann?'.
Den Wunsch, das eigene Leben zu verändern, haben viele, doch nur wenig sind bereit, sich selbst dafür einzusetzen
Unwillig über ihr Leben sind viele, doch zu wenige gestehen sich ein, wie arm sie in Wirklichkeit sind.
Die Erkenntnis, dass das Leben anders verlaufen könnte, haben viele, doch nur wenig wollen das andere Leben auch wirklich.
Den Versuch, über Erkenntnis zu einem anderen Leben zu kommen, machen viele, doch nur wenige verändern sich durch die notwendige Tat.
Den Mut, andere für das eigenen misslungene Leben verantwortlich zu machen, haben viele, doch nur wenig sind bereit, sich an die eigene Brust zu klopfen.
Die Sehnsucht nach Glück kennen viele, doch nur wenige sind bereit, ihr Sehnen ernst zu nehmen.
Den Traum vom glücklichen Leben träumen viele, doch nur wenige wage es, ihn weiter zu träumen und zu leben.

Wegweiser



Man steht an einer Kreuzung und kennt sich nicht mehr aus. Wo muss ich nun lang gehen? Welches ist der beste Weg? Der sicherste, einfachste oder aber auch der kürzeste? Und dies gilt nicht nur wenn wir wandern, sondern gerade auch auf unserem Lebensweg stehen wir oft vor der Frage: wohin? Wie geht es weiter? Vor allem dann wenn wir meinen in einer Sackgasse zu stehen.
Wie hilfreich ist es da, wenn es Wegweiser gibt. Es sind nicht nur die, die aus mir kommen, auch die, die jemand für mich aufgestellt hat. Da ist jemand schon einmal diesen Weg gegangen und ich brauche mich nur noch danach zu orientieren.
Doch wie oft übersehe ich sie, die Wegweiser. Möchte sie übersehen.
Oder es passiert, dass ich denke, ich bin schlauer als die. Zwar zeigt der Pfeil eindeutig nach rechts, aber ich gehe dennoch links. Werden wir ja sehen, wer Recht hat.
Meine Erfahrung hat mir gezeigt, wenn ich an meine Grenzen stoße, meine Karten veraltet sind, der innere Kompass versagt oder ich mich verlaufen habe, ist ein Wegweiser – und sei er noch so klein – hilfreich. Rettung aus meiner Not.
Manchmal tut es gut, sich auf andere verlassen zu können. Wer den Weg schon einmal ging, hat für mich schon mal eine kleine Furt durch den undurchdringlich scheinenden Problemdschungel geschlagen. Natürlich bedarf es eines gewissen Grades an Vertrauen. Vertrauen in den Anderen, aber auch in mich, mich leiten lassen zu dürfen.
Dies bedeutet sicher nicht, ich soll einfach blind den Markierungen folgen. Denn erstens, gehen muss ich den Weg doch selbst und ich sollte auch darüber nachdenken, ob es überhaupt die Richtung ist, in die ich gehen möchte. Doch ich bekomme eine Hilfestellung, die ich annehmen darf. Und sollte ich nach einer Weile feststellen, dass ist doch nicht mein Weg, kann ich immer noch wieder umkehren und mir einen anderen suchen. Anderen Spuren folgen oder – wenn ich mutig genug bin – eigene Pfade trampeln. Und dabei nicht vergessen, für den nächsten, hier und da ein Zeichen zu hinterlassen.

Würde ...



Die Würde des Menschen ist unantastbar, heißt es. Doch wie viel Würde hab ich noch, wenn ich betrunken Auto fahre und einen Unfall verursache? Meinen Führerschein verliere. Wenn ich mich nicht mehr erinnern kann, was letzte Nacht passiert ist, weil ich ein Glas zu viel hatte? Und jemand erzählt mir von meinem Fehlverhalten. Wenn ich im betrunkenen Zustand grundlos Streit mit meinem Partner/in beginne, weil ich eigentlich nur mich nicht leiden kann? Wie steht es um meine Würde, wenn ich mich auf dem Grillabend mit Freunden daneben benehme? Wenn mich der Kollege bei der Arbeit sieht, wie ich heimlich einen Schluck aus der Flasche nehme?
Der Wert der Würde liegt im Inneren eines jeden Menschen selbst. Doch mit jedem Glas mehr, verliere ich ein Stück meiner Würde. Und diese Entwürdigung kränkt und führt nur noch tiefer in dem Teufelskreis der Abhängigkeit hinein. Würdelos wird der Blick in den Spiegel zur Qual.
Wir, das sind Betroffene und Angehörige, sprechen über den Verlust der Würde. Über die Folgen, die dies für uns selber und unser Umfeld mit sich bringt.