Fundstücke ...



… beim Aufräumen im Archiv gefunden, Stücke aus ‚Meine Welt von Wiebke B.‘ …


Gallileos Schlacht
 
Der Krieger des Lichts
den Bogen der Wahrheit gespannt
führt die Legion der Hoffnung
den Pfeil der Tugend in der Hand

die Sehnsucht wird zur Fürstin der Nacht
wenn die Wölfe im Mondlicht heulen
wandern am Abgrund der Anmut
unter der Wahrhaftigkeit Säulen

Der Herr der Stürme
im Kreuzfeuer der Unsterblichkeit
führt die Division der Verlorenen
durch die Nischen der Zeit

die Versprechen werden zur Frühlingsbraut
wenn die Freiheit ihr Lied anstimmt
Hass verschwimmt im Leuchtfeuer der Welt
wenn gemeinsam die Suche beginnt

****************
 
Beinahe Liebe

Die Geburt ...



… oder: wie ich Geduld und Gelassenheit lernte.

Leere Blätter

Aller Anfang ist schwer,
zunächst sind alle Buchseiten leer.
Ist dir dann doch was eingefallen,
behalt die Übersicht vor allem.
Gehe erst mit dem Text in die Welt,
wenn er dir selber und auch anderen gefällt.
 (Horst Reiner Menzel)


Im Grunde müsste ich mit der Chronologie – also des zeitlichen Ablaufes – bei meiner eigenen Geburt beginnen; oder wahrscheinlich noch früher. Aber das wäre wohl zum einen etwas übertrieben, würde auch den Rahmen meines Blogs sprengen und zum anderen den Leser selbst auf eine harte Geduldsprobe stellen. Also fange ich im Jahr 2010 an.

Wobei ich vielleicht doch kurz noch davor greifen muss … Es gibt Dinge im Leben, die bekommen wir schon in die Wiege gelegt. Ich bin zwar überzeugt, dass wir als ‚tabula rasa‘ – also ein leeres Blatt – geboren werden, dass dann erst im Laufe der Zeit beschrieben wird, aber das Beschreiben fängt eben schon ziemlich früh an. Manche Dinge sind uns – so glaube ich - vorherbestimmt. Die werden in unser Gehirn eingepflanzt und im Laufe unseres Lebens wachsen sie und werden zu einem Teil von uns. Wir ignorieren sie sicher lange Zeit, aber irgendwie holen sie uns doch wieder ein, bis wir sie akzeptieren.

Nun, auch ich bekam ein paar Dinge in die Wiege gelegt. Allerdings gehörte die Geduld nicht unbedingt dazu. Aber definitiv die Liebe zu Büchern, eine ewig währende Sehnsucht in die Ferne, ein gewisses Talent für Wörter und eine Portion Disziplin …

Also zurück zu 2010. Eine folgenschwere Entscheidung wird getroffen: wir tun es. Es hatte sich schon eine ganz Weile abgezeichnet, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Alles läuft so seinen routinierten Gang, der Alltag dümpelt vor sich hin und wirkliche Herausforderungen bestehen höchstes daraus das sich mal wieder der Arbeitsplan ändert. Etwas musste geschehen und das tat es dann auch. An einem schönen Oktobertag sitzen wir also gemütlich auf unserem Porch (Terrasse) und schauen den Hunden zu, die durch den Garten toben und plötzlich sind wir mitten in einer Diskussion darüber, dass es an der Zeit sei neue Abenteuer zu suchen. Und das fanden wir auch. Zunächst nur in Gedanken, dann als Ziel.

2011 war es dann soweit, den Plan in die Tat umzusetzen. Ich gebe zu, die Vorbereitungen hielten sich in Grenzen – die Aufregung war umso größer. Aber letztlich klappte es dann doch mit der Durchführung und das gesetzte Samenkorn wurde fleißig gewässert, gehegt und gepflegt. Der Weg ist die Entwicklung unserer Erfahrung von Augenblick zu Augenblick. Ich machte mich auf den meinen zu finden und ihn dann auch wirklich bis zum Ende durchzuziehen. Mehr als einmal wollte ich aufgeben, mehr als einmal verließ mich der Mut, mehr als einmal fragte ich mich, warum tue ich mir das überhaupt an, mehr als einmal lösten sich alle Bedenken in Luft auf … Im Mai 2011 war dann ein erstes großes Ziel erreicht – doch noch war eigentliche ‚Geburt‘ in weiter Ferne.

Der nächste Schritt war dann – zumindest was meine Person betrifft – nur logisch. Nämlich das Ganze in schriftlicher Form festzuhalten. Allerdings stellte es sich dann als gar nicht so einfach heraus. Schnell merkte ich, dass so ein ‚Baby‘ eine Menge Arbeit ist und ständige Aufmerksamkeit braucht. Diese hatte es nicht immer, denn meine gesamten Lebensumstände änderten sich. Ein Abschied, ein Loslassen, ein Neuanfang.
Aber ich blieb dran – mal mehr, mal weniger Zeit investierend. Eine normale Schwangerschaft dauert bei den Menschen im Durchschnitt 9 Monate. Nun, bei dieser orientierte sich das Gesetz der Natur eher an den Elefanten, deren Tragezeit 2 Jahre andauert.

Für mich hieß das, immer mal wieder innehalten, überdenken, den Kurs korrigieren, mir Hilfe holen wenn möglich.

Ich glaube ja nicht an Zufälle und so war dies dann sicher auch nur ein Wink des Schicksals, dass ich unerwartet einen Motivationsschub bekam. Sozusagen Geburtshilfe. Mein ‚Baby‘ forderte nämlich nicht nur meine Geduld heraus, sondern auch meinen Geldbeutel. Und nun bot sich mir eine Lösung an …

Die Dinge nahmen ihren Lauf … und ganz ehrlich, ich hätte nicht gedacht, wie schwierig das ist. Für mich waren 2300 km zu Fuß gehen nicht so anstrengend und nervenaufreibend wie dies.

Die ‚Geburt‘ immer wieder zum Greifen nahe, dann ein Rückschlag. Und wieder aufstehen, Geduld haben, weiter machen. Wieder eine Verzögerung, Gelassenheit üben und weiter machen.

Und jetzt endlich ist es soweit. Am 1.10.2014 erblickte mein ‚Baby‘ das Licht der Welt. Und ist nun für alle erhältlich. Es macht mich stolz, dass ich auch diesen Weg bis zum Ende gegangen bin. Ich halte es da mit Luis Pasteur, der sagte: „Ich will Ihnen das Geheimnis verraten, das mich zum Ziel geführt hat. Meine Stärke liegt einzig und allein in meiner Beharrlichkeit.“

Ich lasse es mir natürlich nicht nehmen auch hier ein Bild zu zeigen:


Wiebke B. Beyer
Manchmal muss man einfach weiterlaufen
Eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg und durch mein Leben
424 Seiten, Paperback / E-Book
ISBN 978-7357-6759-2

Mehr Infos zum Buch gibt es unter www.wiebkebeyer.jimdo.de

Von blassen Schnitzel, Hochprozentigem, etwas Kultur und viel Bayern



Heute mal ein etwas anderer Bericht ...

"Erst wenn das letzte Feuerwehrauto eingespart wurde und kein Freiwilliger mehr ein Ehrenamt ausübt, dann merken wir, dass Geld allein kein Feuer löschen kann!"

Ein Ausflug mit der Freiwilligen Feuerwehr Laupheim

Also ich persönlich bin sehr dankbar, dass es Menschen gibt, die sich freiwillig dafür einsetzen, Menschen in Not zu helfen. Ich habe früher nie wirklich darüber nachgedacht, ist doch die Feuerwehr etwas, das eben einfach da ist. Inzwischen bin ich etwas schlauer geworden. Die Freiwilligen der Feuerwehr zeigen nicht nur Einsatz, wenn es darum geht einen Brand zu löschen, einen Verletzten aus einem Unfallauto zu schneiden oder eine Katze vom Baum zu holen, sondern auch um z.B. ein Heimatfest am Ort zu einem schönen Erlebnis zu machen. Arbeitseinsatz heißt das dann …

Nun und weil sie sich für solch‘ ein Engagement auch eine Belohnung verdient haben, macht die FFW Laupheim jedes Jahr einen Ausflug. Das stärkt zum einen die Gemeinschaft und bereichert zum anderen den Erfahrungsschatz. Und dieses Jahr darf ich mitfahren.

Am 13. 9. Ist es soweit …

Reisekarten gab es zwar,
jedoch nur ungenaue,
nichts, was zu gebrauchen war.
So fuhren wir ins Blaue.

(Frantz Wittkamp)

… im übertragenen Sinne sind wir wirklich ins Blaue gefahren – trotz Navi. Genau genommen ins weiß-blaue, nämlich nach Bayern.

Der Tag beginnt mit aufstehen – und das schon um 4.30 Uhr. Naja, ich bin es ja gewohnt. Trotzdem brauche ich natürlich erstmal Kaffee und davon reichlich. Ein früher Spaziergang mit Clyde und ich bin vollends wach. Das Wetter sieht ja nicht so toll aus für einen Ausflug: Leichter Nieselregen und ziemlich kühle Temperaturen. Aber ganz im Sinne des positiven Denkens: es kommt immer darauf an, was man daraus macht. Also lassen wir uns die Laune nicht vermiesen. Einen kleinen Wehmutstropfen gibt es allerdings. Normalerweise nehme ich Clyde ja überall mit, aber heute darf er nicht. Zu seinem Unmut liefern wir ihn also um kurz nach sechs Uhr bei seiner heutigen Dogsitterin ab. Später erzählt sie mir, er durfte sich erstmal noch eine Weile bei ihr ins Bett legen. Da hatte sie dann sicher gleich einen dicken Stein in Brett bei meinem kleinen Morgenmuffel …
Da das Alles dann doch schneller geht als gedacht, sind wir schon um kurz vor halb sieben am Gerätehaus (so nennt man das Feuerwehrhaus im Feuerwehrslang). Nun einer muss ja der oder die erste sein, Türen aufschließen, Licht einschalten. Das macht Klaus. Ich nutze die Gelegenheit und rauche noch gemütlich eine Zigarette.
Langsam wandert der große Zeiger in Richtung 12 (also sieben Uhr) und nach und nach trudeln auch alle anderen ein. Insgesamt, so zählen wir später, sind es knapp 120 Feuerwehrleute und ihre Angehörigen, nebst drei Busfahrer.
So früh am Morgen sind alle noch etwas müde, daher hält sich der Geräuschpegel in Grenzen. Schnell einen Platz im Bus suchen und ziemlich pünktlich um kurz nach sieben geht es los. Die Wetteraussichten sind immer noch nicht so berauschend, der Nieselregen hält an. Dieser begleitet uns dann auch bis an den Forggensee (bei Füssen), unser erstes Ziel. Die geübten Busfahrer parken ein und die geübten Feuerwehrmänner stellen in Windeseile ein paar Tische auf. Und schon stehen alle erwartungsvoll Drumherum. Doch die erste Vesperpause des Tages – bestehend aus Brezel und Brötchen, verschiedene Sorten Landjäger und Getränken – wird dann allerdings etwas ungemütlich. Es regnet immer noch und die Temperaturen schaffen keine 15 Grad. Ich habe sofort gefühlte eiskalten Füße – die mich dann den ganzen Tag nicht mehr verlassen wollen.