Warum kriegt man Falten im Gesicht, wo am Po doch so viel Platz ist …



»Bücher sind in den meisten Fällen Zufallsbekanntschaften.« (Brigitte Fuchs)

Buchmesse in Frankfurt 17.10.15. 
Gut das ich Freitag frei hatte und einen echt gechillten Tag. Zwar habe ich in der Nacht nicht so supertoll geschlafen – seltsame Träume ‚plagen‘ mich – aber als um fünf der Wecker klingelt, bin ich wach und munter. Da das ja eh meine übliche Zeit ist, ist es kein Problem gleich aufzustehen. Clyde ist heute Morgen auch schon recht fit und so klappt alles reibungslos. Gegen sechs bringe ich ihn zu Mum und Dad, die heute netterweise auf ihn aufpassen werden. Ich versuche es so routiniert wie sonst zu tun, damit er nicht merkt, das etwas anders ist, als an den Bürotagen. Wobei mein Hund schlau ist und sicher trotzdem etwas bemerkt. Aber bei Oma und Opa springt er fröhlich in die Wohnung und guckt ob die noch schlafen. Ich schleiche mich schnell weg.
Zu Hause versuche ich noch etwas zu frühstücken (eine kleine Portion Müsli), aber es ist einfach zu früh und ich kriege fast nichts runter. Kaffee, das geht immer. Wollte ich mich damit – ob der längeren Busfahrt nachher – nicht etwas zurückhalten? Ach egal.

Um kurz vor sieben gehe ich nach unten und warte auf Sabine.
Auf der Hauptstraße in Leinfelden ist schon ziemlich viel los zu dieser frühen Stunde am Samstagmorgen. Die Vorbereitungen für das Krautfest, das dieses Wochenende stattfindet, laufen auf Hochtouren. Ich beachte es eher weniger, hoffe aber für die Veranstalter, dass das Wetter noch etwas besser wird. Die letzten Tage waren ja eher novemberisch und wenig geeignet für eine Hocketse.

Während ich warte, sinniere ich vor mich hin … als ich vor zwei Jahren das erste Mal auf der Buchmesse war (hier der Bericht "Ohne Nebenwirkung?"), bin ich alleine dort hin. Ich wollte gerade mein erstes Buch veröffentlichen und hatte doch ein weinig Hoffnung dabei, dass ich dort die Möglichkeit bekomme zu Verlagen Kontakt aufzunehmen. Dem war letztlich nicht so, aber ich war um einige Erfahrung und Ideen reicher zurückgekommen. Dieses Mal hatte es sich so ergeben, dass wir zu zweit fahren. Trotz der etwas blöden Umstände, denn die Busfahrt mit der VHS Leinfelden war abgesagt worden.  Wir hatten uns dann gegenseitig versichert, dies sei kein Zeichen nicht zu gehen, sondern eine Alternative zu finden. Wobei ich zugebe, alleine hätte ich den Gedanken dann wohl aufgegeben … Aber so fahren wir dieses Jahr mit dem Bus der Buchhandlung Wittwer. Kleiner Nachteil, der startet in Stuttgart in der Innenstadt. 

Sabine ist natürlich pünktlich. Die Fahrt in die Stadt ist easy. Sabine hatte im Voraus schon ein Parkhaus ausgesucht, wo sie ihr Auto abstellen kann. So, alles gut.
Kurz nach halb acht stehen wir vor der Buchhandlung in der Königstraße. Wir dachten wir sind die ersten, aber falsch gedacht. Es stehen bestimmt schon sechs oder sieben andere Mitfahrer da. Kurze Zeit später kommt auch die Dame der Buchhandlung Wittwer. Ich gebe zu, ich habe mir nur ihren Vornamen ‚Cornelia‘ gemerkt. Der Doppel-Nachname hat zu viele kczs drin. Sie begrüßt uns gut gelaunt. Für alle gibt es, nach Namensnennung bzw. –prüfung,– erstmal eine Tasche mit eine paar ‚Goodies‘. Und schon laufen wir zum Bus. Nachtblau hat Cornelia gesagt, ist er. Schön, ein Doppeldecker. Da wir die zweiten sind, die einsteigen (es hat ja durchaus Vorteile einen Nachnamen zu haben, der mit ‚B‘ anfängt, da steht man auf Namenslisten immer ziemlich weit oben), bekommen wir den Platz oben ganz vorne mit klasse Aussicht!

Wie kleine Kinder müssen wir jetzt erstmal schauen, was in der Tasche ist, die wir bekommen haben. Klar, ein paar Prospekte, Gutscheine für Give-aways von Verlagen auf der Buchmesse, zwei kleine Marsriegel, ein richtig schönes Lesezeichen und ein tolles Notizbuch. Wir freuen uns, die geben sich wirklich Mühe! Wenn alles andere auch so gut klappt …
 Fast pünktlich um acht fahren wir los. Zwar fehlt laut Cornelia noch eine Person, aber der oder die hat Pech gehabt … Durch die Stadt auf die Autobahn, ohne Probleme. Während wir rausschauen und quatschen vergeht die Zeit wie im Flug. Wir bekommen auch noch was auf die Ohren, nämlich eine CD mit Infos zur Messe, den Ausstellern, den Hallen etc.

Als wir gegen halb elf auf den Busparkplatz vor Halle 10 ankommen, sind dort schon ziemlich viele Messebesucher unterwegs. Ich habe ein kleines Dejà-vu (vor zwei Jahren lief es genauso ab). Und schon schieben wir uns mit der Menschenmenge zum Eingang. Als wir die lange Schlange vor der Eintrittsschleuse sehen, beschließen wir erst noch schnell zur Toilette zu gehen. Okay, auch hier eine Schlange und von schnell keine Rede. Aber eine Dame, die gerade die Treppe des angrenzenden Treppenhauses herunter kommt, meint oben im zweiten Stock wäre alles frei. Sportlich wie wir sind, joggen wir die Stufen rauf und tatsächlich, keine Schlange. Geschafft.
Dann können wir in aller Ruhe das Messegelände betreten. Ich erinnere mich, wo wir entlang gehen müssen. Wir haben beschlossen, zunächst zu Halle 3 zu laufen. Hier gibt es Literatur und Sachbücher (von Belletristik, Romanen über Kinder- und Kochbücher, bis hin zu politisch-motivierten Werken usw.). Das interessiert uns mehr, als Kunstbücher und ausländische Verlage.
Draußen verläuft sich die Menge ziemlich, aber beim Betreten der Halle wird schnell klar, es ist sehr voll. Ein erstes Durchschieben, bisschen hier und da gucken und wirken lassen. Die vielen ausgestellten Bücher erschlagen einen fast. Aber als Liebhaber von solchen fühle ich mich zwischen all dem trotzdem wohl. Immer wieder fasziniert mich der Gedanke, wie viele Worte, Geschichten, Gedanken hierin festgehalten und für die Welt konserviert werden. … Und schon ist die erste Stunde fast rum.
Ich brauche dringend erstmal einen Kaffee und eine Kleinigkeit zu essen. Und erinnere mich an einen Kiosk oben, draußen – dahin gehen wir.

Vor der Fahrt hatte Sabine mir geschrieben, dass sie völlig planlos sei, wohin auf der Messe sie gehen wollte oder was tun. Ich hatte daraufhin vorgeschlagen, wir lassen uns einfach treiben und schauen wohin uns das führt. Und gestärkt von Kaffee bzw. Tee und eine große Käsebrezel, machen wir es dann auch so. Wir schlendern an Ständen vorbei. Und wo etwas unsere Aufmerksamkeit erregt, bleiben wir stehen und schauen. Natürlich sticht es mir ins Auge, als ich an einem Stand auf einem Prospekt das Wort „Pilger“ sehe. Es ist der Verlag der Mönche des Klosters Münsterschwarzach (hauptsächlich bekannt durch den Abt, Autor und Vortragsredner Anselm Grün). Eine junge Frau spricht uns an, ob wir uns für das Pilgern interessieren. Ich: Ich bin selber schon gepilgert und habe auch ein Buch darüber geschrieben. Flux habe ich meinen Flyer in der Hand und – natürlich zufällig – habe ich auch ein Buchexemplar dabei. Interessiert fragt die junge Dame mich aus und ich antworte gerne. Wir sprechen sicher zehn Minuten, dann muss sie wieder etwas tun und wir gehen weiter. Sabine merkt noch an, dass es in dieser Ecke der Halle viel ruhiger ist, als woanders. Nun, die Stände hier beschäftigen sich alle mehr oder weniger mit dem Thema Religion in all seinen Facetten. Könnte daran liegen. Das ist nicht so ein Magnet für das große Publikum … 

Wir schlendern weiter, lassen uns treiben. Schauen, staunen, genießen die Atmosphäre. Hören mal hier einem Vortrag, Interview oder einer Lesung zu, staunen da über Buchtitel und lesen Klappentexte, tauschen uns darüber aus.

Wir bestaunen auch all die Dinge, die sich Künstler so rund um das Thema Buch ausdenken. Besonders angetan hat es uns ein Hocker aus Holz, der die Form von aufgestapelten Büchern hat …

Plötzlich ein Stau oder besser Menschenauflauf. Hier gibt es wohl etwas Besonderes zu sehen. Schnell stellen wir fest, die stehen alle an um sich ein Buch signieren zu lassen. Ich recke den Hals und da, an dem Stand eines Kochbuchverlages sehen ich den ersten wirklich prominenten Gast, den ich kenne: Horst Lichter. Seines Zeichens Fernsehkoch und natürlich Rezepte-Buchautor. Aber dafür hier eine Stunde Schlange stehen? Ich weiß nicht …
Wir drängeln uns an der Menge vorbei weiter. Und landen in einem Teil der Halle, in der es sogar etwas zu kaufen gibt (auf der Buchmesse werden – außer in Ausnahmefällen – nur am Sonntag Bücher verkauft). Hier nun gibt es mehrere Stände von Verlagen oder besser ‚Druckereien‘, die Postkarten herstellen. Ganz verschiedene. Mit Kunstmotiven oder Comics, mit Sprüchen von nachdenklich – Jeder einzige Augenblick ist ein Teil der Ewigkeit - über witzig ‚ Warum kriegt man Falten im Gesicht, wo am Po doch so viel Platz ist …‘, nachdenklich ‚ist egal – ich lass das jetzt so – bis hin zu motivierend ‚Ich freu mich so‘. 

Letztere ersteht Sabine für mich und ich nehme mir vor, diese über meine Kaffeemaschine zu hängen. So habe ich dann jeden Morgen, neben dem körperlichen Muntermacher Kaffee auch meine persönliche seelische Aufmunterung positiv in den Tag zu gehen.
Wir schieben uns weiter. 

Interessant wird es immer an den Kreuzungen zwischen den Gängen, wohin gehen wir jetzt? Ich sage: Sag Du Sabine. Sie zuckt mit den Schultern. Ich: Na komm, trainiere Deinen Entscheidungsmuskel. - Okay, da mache ich es mir wohl etwas einfach … letztlich funktioniert es aber ganz gut. Wir wechseln uns mit den Entscheidungen ab.

Sabine liest ab und zu im Blog einer Buchrezensentin. Diese hatte geschrieben, sie sei auch auf der Buchmesse, organisiert ein Treffen von Bloggern. Vielleicht ganz interessant zu sehen, also suchen wir den angekündigten Stand (wir haben uns inzwischen bis Halle 4 vorgearbeitet). Dort sitzen eine ganze Menge Leute herum und reden, wir können uns aber irgendwie nicht so recht darauf einlassen. Nachdem wir eine Weile etwas unschlüssig herumgestanden haben beschließen wir weiterzugehen.
Mein mitgebrachtes Wasser ist längst alle und ich habe Durst. Inzwischen laufen wir auch schon gut drei oder vier Stunden herum. Pause wäre gut, wir sind uns einig. Hinsetzen. Auf der Suche nach einem Getränkestand und einer Sitzgelegenheit, kommen wir zufällig bei einer Lesung vorbei. Ein Buch namens ‚#der Blogger‘ wird vorgestellt. Wir finden sogar noch zwei leere Plätze – ganz vorne – und setzen uns. Aber das was der junge Autor vorliest ist nicht sehr fesselnd oder vielleicht sind wir auch irgendwie zu KO um ihm unsere ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken. Und rundherum ist es sehr laut. Uns geht die Puste aus und wir stehen auf. Nicht sehr höflich gebe ich zu, aber mir ist gerade eben nicht nach höflich. Ich habe Durst und bevor ich quengelig werde gehen wir weiter. Etwas trinken und eine Weile sitzen. Gesagt getan. Doch auch dann haben wir noch nicht so recht Lust uns wieder ins Getümmel zu stürzen. Frische Luft wäre sicher gut. Wieder sind wir uns wieder einig. Überhaupt stellen wir fest, wir schwimmen auf der gleichen Wellenlänge hier. Das macht es wirklich angenehm.

Draußen auf dem großen Platz sind auch viele Besucher unterwegs. Vor allem sehen wir hier noch mehr der verkleideten jungen Menschen. Ich kläre Sabine auf, dass diese – vor allem Jugendlichen – sich nach Vorbildern ihrer Helden aus Computerspielen oder Mangas kostümieren. Ich hatte diese vor zwei Jahren auch schon gesehen. Teilweise sehen sie richtig gut aus, fantasievoll. Manchmal aber auch sehr … improvisiert - um es mal diplomatisch auszudrücken. Na, wenn es schön macht …
Hier draußen gibt es ein großes Lesezelt, eine Aktionsbühle und so genannte Signierzelte. Vor diesen stehen mal längere, mal kürzere Schlangen. Ich kenne keinen der Autoren und auch nicht ihre Bücher, habe noch nicht mal von den Titeln gehört. Gut, dann brauchen wir auch nicht anstehen und sparen das aus.
So langsam meldet sich auch wieder der Magen mit einem leicht nagenden Gefühl. Etwas essen wäre nicht schlecht. Es ist gegen drei Uhr und der Tag noch lange nicht zu Ende. Doch was, das Angebot der Imbissstände ist ziemlich groß. Wir trainieren unseren Entscheidungsmuskel in dem wir das Ausschlussverfahren anwenden. Letztlich landen wir an einem Stand, an dem es ‚Flammlachs‘ gibt. Der Lachs wird an einer offenen Flamme ‚gegrillt‘, klein geschnitten und im Brötchen mit einer Soße serviert. Leckerst.

So gestärkt wagen wir und dann auch wieder ins Hallengetümmel – ganz davon abgesehen ist es draußen doch recht kühl, zu kühl um sich länger aufzuhalten. Erstmal machen wir einen Abstecher ins ARD-Forum. Sabine macht mich auf einen Herrn aufmerksam, der an einem Stand Autogrammkarten unterschreibt. Das ist doch der … der … na der Gewichtheber ...Sie überlegt angestrengt und irgendwann kommt sie auch auf den Namen: Steiner. Hat der jetzt auch ein Buch geschrieben? Wusste ich gar nicht. Später stellen wir fest, es ist ein Buch in der Reihe von zigtausend darüber, wie man abnehmen und seinen Körper stählen kann – oder so ähnlich. Naja. Da zieht dann auch nur der Name die Verkaufszahlen an.
Allzu viel wirklich Interessantes gibt es hier ansonsten nicht zu sehen. Nun ARD ist eben Fernsehen und nicht ‚Buchverlag‘. Wir beschließen nochmal zur Halle 3 rüber zu gehen. Es ist brechend voll und die Menschenmassen schieben sich durch die Gänge. Wir fühlen uns irgendwie überfordert. An die Stände kommt man eh nicht mehr wirklich dran um etwas zu sehen und sowieso sind wir in der Comic-Ecke gelandet, das ist nicht ganz mein Metier.
In einer kleinen Ecke finden wir noch einen Stand, der uns einen Kaffee bzw. Tee und ein Wasser verkauft. Und einen Sitzplatz. Wir wünschen uns beide, dass der Bus schon um fünf, statt um sechs abfahren würde.  So eine Messe ist anstrengend und hier ist der Input extrem. Der Kopf ist voll von all den Eindrücken und wir sind einfach platt.
So bummeln wir dann langsam in Richtung Ausgang um dort zu warten. Noch mal schnell zur Toilette und dann raus. Der Bus wartet direkt am Ausgang. Wie praktisch, schnell steigen wir ein.
… und wieder pünktlich fährt unser nachtblauer Doppeldecker in die Nacht. Alle sind müde und dösen vor sich hin, während ich mir ein paar Notizen mache.
Unterwegs fängt es an zu regnen. Wir denken an das Krautfest (Sabine hat früher dort auch schon gearbeitet) und hoffen die hatten nicht den ganzen Tag Regen. Das würde mir für die leidtun.
Die Fahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse und der einzige Stau in den wir geraten, ist nach Stuttgart in die Innenstadt rein. Aber auch das überstehen wir und erreichen letztlich gegen kurz vor einundzwanzig Uhr den Schlossplatz. Bald darauf sitzen wir in Auto auf dem Weg nach LE, wo Klaus und Clyde schon auf mich warten …

Ich bin ziemlich geschafft. Diesmal haben mich aber die Massen an Menschen nicht so ‚erschlagen‘, da ich ja wusste was mich erwartet. Auch bin ich nicht gefrustet darüber, dass es tausende von Autoren gibt, die auch gute Bücher schreiben. Habe nicht das Gefühl, dass mein Geschriebenes in der Masse völlig untergeht. Jeder von uns hat seinen Platz.

Und es war ein wirklich runder Tag. Ein paar neue Ideen und Anregungen und Eindrücke … und das gute Gefühl nach ein paar sehr wertvollen Gesprächen. Ich jedenfalls fand es schön diesmal in Gesellschaft dort gewesen zu sein.  … und denke immer noch, trotz der Menge an allem – oder gerade deswegen – wäre ein Besuch der Buchmesse für jede Leseratte zumindest einmal im Leben etwas Erlebenswertes …

As always
thank you for your time.
Wiebke

Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr!

Retten, bergen schützen, löschen – das Motto der Freiwilligen Feuerwehr Laupheim …

Das nun eine Feuerwehr nicht nur Brände löschen, Technische Hilfe leisten und/oder Menschenleben retten kann, das konnte ich am 
Wochenende (25. - 27. September 2015) mal wieder in Laupheim erleben. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Laupheim, gab es ein großes Fest, bei den sogar ich – als Nicht-Laupheimer oder Feuerwehr-Angehöriger – eine kleine Rolle spielen durfte … Aber immer schön der Reihe nach ...

Tag eins … Freitag.

Ich habe zum Glück schon wieder so viele Überstunden angesammelt, dass ich mir den Freitag frei nehmen kann. Und nachdem ich am Morgen noch ein paar Dinge erledigt habe, mache ich mich gegen Mittag auf den Weg nach Laupheim. Um die Zeit sind wenigstens noch nicht alle unterwegs und ich schaffe es ganz ohne Stau.

So ist dann auch noch Zeit genug, meinen Hund Clyde zu füttern und eine Runde mit ihm Gassi zu gehen. Dann heißt es aber schon umziehen und losfahren. Heute ist der Kameradschafts- bzw. Festabend zum Jubiläum der FFW Laupheim. Und da es da sicher voll wird und laut und so haben wir beschlossen, dass es für uns und Clyde zu anstrengend wird ihn mitzunehmen (sonst kommt er ja immer überall mit hin). Tatjana hat sich bereit erklärt auf ihn aufzupassen. Er war ja schon öfter mal hier, aber muss sich am Anfang natürlich wieder anstellen, als käme er in einen Hundezwinger im Dunkeln ohne Wasser und Nahrung … 
Archivbild FFW-Haus
Wir verabschieden uns schnell wieder und fahren in Richtung Feuerwehrhaus (oder wie es hier heißt: Gerätehaus). Hell erleuchtet strahlt es schon von weitem ein bisschen Festlichkeit aus. Die Feuerwehr-Fahrzeuge sind alle vor der Halle geparkt, da innen die Feier stattfinden wird. Schon seit Tagen haben die fleißigen Feuerwehrmänner hier gewerkelt, geräumt und aufgebaut, damit alles für den Festabend fertig wird. Und trotz aller Unkenrufe ist es das …

Wir sind etwas früh, so scheint es. Aber an den Stehtischen stehen schon die ersten Gäste und greifen beherzt zu Sekt und Partybrötchen. So langsam füllen sich auch die im Saal - oder besser die Fahrzeughalle – aufgestellten Bierbänke und –tische; diese sind aus gegebenem Anlass mit Tischdecken, Kerzen und besonderen Gestecken geschmückt …

Ich lerne einen der FW-Kameraden kennen, der auch schon den Jakobsweg gelaufen ist und wir kommen gleich in ein intensives Gespräch darüber. So ist das unter Pilgern immer, als ob man sich schon ewig kennt. Natürlich habe ich auch einen Flyer dabei und mache gleich ein bisschen Werbung für mein Buch "Manchmal muss man einfach weiterlaufen".

Mir scheint es immer lauter zu werden. Ich denke, dass inzwischen gut 250 Menschen den Raum füllen und das Stimmengewirr ist ohrenbetäubend. Die Konstruktion der Fahrzeughalle trägt wahrscheinlich dazu bei, dass es sich schlimmer anhört als es ist (ist eben eine Fahrzeug- und keine Festhalle). Ob da wohl noch jemand den Alarm hören würde? Aber was mache ich mir Sorgen, denn hier ist alles gut organisiert – auch ein Dienst für den Notfall (damit die entsprechenden Feuerwehrmännern sich mit dem Bier und Sekt zurückhalten).

Alle warten darauf, dass es endlich losgeht. Ich glaube die Partybrötchen waren eine ziemlich gute Idee, denn sonst würde die Menge vor Hunger noch unruhiger werden.

Als dann endlich auch die hohen Herren alle sitzen, geht es los. Zunächst spielt der Spielmannszug der FFW Laupheim auf. Nun, es ist keine Bierzeltmusik und keine Party- oder Festmusik; eher Blasmusik zum losmarschieren. Aber als Einstimmung ganz gut, so sind anschließend alle wach und hoffentlich aufmerksam.
Ein kurzer Bühnenumbau für die Redner folgt. Übrigens, die Bühne sieht toll aus. Alles ist mit Holz verkleidet und viel Liebe zum Detail dekoriert. So auch der Rednerpult, der nun in Betrieb genommen wird.

Als erstes darf natürlich der Kommandant der FFW Laupheim etwas sagen. Andreas Bochtler übernimmt in diesem Fall die Begrüßung der Gäste, denn all die Honoratioren wollen namentlich erwähnt werden. Das ist zum einen natürlich der Pfarrer, der mit den Worten angekündigt wird: … die kath. Kirche hat ja schon eine etwas längere Geschichte, als die FFW Laupheim... . Dann die Herren, die mehr für die weltliche Belange zuständig sind, u.a. der Bürgermeister nebst Frau, der Landrat, Frau Angele, die Ehrenbürgerin der Stadt Laupheim, der Kreisbrandmeister, der Stellv. Polizeichef etc.. Auch die Delegationen aus der Partnerstadt Feyzin (bei Lyon in Frankreich), aus Polen und aus Neustadt an der Orla (Thüringen). Das Ganze geht eine gute viertel Stunde, nur Begrüßungen … na hoffentlich wurde da niemand vergessen!

Dann darf der Bürgermeister, Herr Kapellen, an den Rednerpult. Klar, es folgt ein Loblied auf die FFW und das Ehrenamt. Die Rede ist gut. Er erzählt dann gleich noch die Anekdote zu seinem Geschenk …
Bei der FFW Laupheim suchte man eine ganze Weile nach dem wirklichen Gründungsjahr. Aufzeichnungen waren zunächst nicht zu finden und so bat man irgendwann einen Feuerwehr-Historiker zu Hilfe. Dieser konnte dann auch tatsächlich helfen. Etwas später, wurde bei einer Reinigungsaktion oder etwas ähnlichem mal wieder die alte Fahne, die normalerweise ihr Rentendasein im Schaukasten verbringt, hervorgeholt. Und was stellte Mann nun fest? Auf der Rückseite – also die, die bisher einfach nicht zu sehen war – steht neben dem Namen groß und Deutlich das Gründungsjahr: 1865.
Für die nächste ‚Putzaktion‘ (wer weiß was man da noch so alles finden kann) überreichte der Bürgermeister als Geschenk einen Teppichklopfer und ein Staubwedel – und natürlich einen kleinen Scheck für die Kameradschaftskasse

So diszipliniert die Feuerwehr bei einem Einsatz sein mag, lässt dies während der Reden etwas zu wünschen übrig. Ein doch sehr störender Geräuschpegel machte das Zuhören teilweise schwierig. Man mag den Redner mögen oder auch nicht, seine Rede an sich langweilig oder spannend finden, ganz egal; aber ich finde, dass solch eine Unaufmerksamkeit irgendwie respektlos ist. Denn nichtsdestotrotz, hat sich der- oder diejenige auf der Bühne die Mühe gemacht, sich etwas auszudenken und sich Zeit genommen zu kommen …

Als nächstes darf der Landrat Heiko Schmid. Er wirkt etwas hektisch, gestresst. Was er wohl auch ist, das zumindest kann ich aus seiner Ansprache hören. Aber viel verstehen ist nicht, denn er redet schlicht zu schnell – aber immerhin frei ohne Ablesen. Klar nutzt er dann auch die Gelegenheit ein bisschen aktuelle Politik an ‚den Mann‘ zu bringen. Hiervon habe ich mir nur einen guten Satz, oder besser eine Anregung gemerkt (Zusammenhang war die Meinung des Bürgers zur Flüchtlingssituation); er bekam den Tipp: Frage die Person, was denn sein Nachbar darüber denkt; dann wisse man genau, was derjenige selber denkt … also Achtung wenn mal einer nach der Meinung deines Nebensitzers fragt ….
Mit der Anmerkung, dass die Feuerwehr ja die älteste Bürgerbewegung sei, schließt er und überreicht als Geschenk einen Löscheimer (wie er vor 150 Jahren in Gebrauch war) gefüllt mit 'Feuerwasser' – und natürlich einen Scheck für die Kameradschaftskasse

Dann darf der Vorsitzende des Kreisfeuerlöschverbands Berthold Rieger ans Pult. Zu seiner Rede kann ich wenig sagen, denn zum einen hält er diese in tiefsten Schwäbisch, was für mich doch etwas schwer verständlich ist. Und zum anderen lässt die Disziplin im Saal immer noch – immer mehr - zu wünschen übrig. Ich kriege aber mit, dass der Kommandant der FFW Laupheim eine silberne Ehrennadel bekommt. Da ich aber zugegebenermaßen von den Dienstgraden, Rängen etc. der Feuerwehren wenig bis keine Ahnung habe, versuche ich gar nicht erst etwas zu vermuten.

Mir gegenüber sitzt der stellv. Leiter der hiesigen Polizei … auch hier muss ich bei dem Dienstgrad passen und ich hoffe ich beleidige ihn damit nicht - dann entschuldige ich mich an dieser Stelle natürlich. Was ich aber feststelle, Hr. Miller ist ein sehr lustiger und netter Mensch und ich habe mal kein schlechtes Gewissen ob der „Missetaten“ meiner Vergangenheit …

Er hält keine Rede, dafür dann Achim Jörg, der stellvertretende Kommandant der FFW Laupheim. Er hält die Festrede. Und die ist wirklich gut. Er referiert über das Thema … na? … klar, Feuerwehr. Aber in einer Art und Weise, die wirklich fesselt. 
Auch hier natürlich ein Loblied auf die Männer und Frauen, die sich hier engagieren, aber er betont auch, dass dies ohne die Unterstützung der Familien nicht möglich sei. 
Er macht einen interessanten Vergleich … klar, jeder Verein lebt von den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitgliedern, keine Frage. Aber würde ein Fußballspieler mitten in der Nacht aufstehen – egal wann er ins Bett gekommen ist und wann morgens der Wecker klingelt – und auf das Spielfeld laufen um ein paar Tore zu schießen? Sicherlich nicht! Die Feuerwehr dagegen ist immer ‚im Dienst‘, 24/7.
Archivbild der FFW Laupheim
Ich selber denke dann so, dass es noch einen wichtigen Aspekt gibt, der mich fast an das Prinzip der Selbsthilfe-Gruppe erinnert; auch die Freiwillige Feuerwehr hat Mitglieder aus alles Schichten (hiermit meine ich jetzt nicht nur unbedingt den finanziellen oder beruflichen Status, auch Alter und Herkunft etc). der Gesellschaft, ist sozusagen ein Querschnitt der Bevölkerung. Meist hätten die Einzelnen wohl wenig miteinander zu tun oder gar zu reden. Aber hier verbindet etwas all diese lockeren Fäden zu einem funktionstüchtigen Seil, dass größer ist: der Glaube daran, etwas zum Wohle eben dieser Gesellschaft, der Menschen beizutragen!

Der Feuerwehr-Historiker und ehemalige Kommandant der FW Tübingen Dr. Eberhard Bürger, erzählt in seiner Rede die Geschichte eines Bildes, dass er mitgebracht hat. Es ist der Abzug eines Druckstocks (Holzschnitt) des Künstlers Ivo Schaible. Das Besondere: der Künstler stammt aus einem der Teilorte von Laupheim, Baustetten. Er war ein deutscher römisch-katholischer Geistlicher und eben Künstler. Dieser Druckstock nun hing viele Jahre beim Vater Albert Bürger - eine Feuerwehrlegende - an der Wand. Dieser hatte den Künstler gekannt und von ihm in Freundschaft eben diesen erhalten. Er zeigt einen Feuerwehrmann, der ein Kind rettet. Erst viele Jahrzehnte später, als besagter Druckstock dann beim Sohn an der Wand hing, meinte ein Besucher einmal: das ist doch ein Druckstock und kein Bild ... Nachdem man dann jemanden gefunden hatte, der den Umgang mit eben diesem beherrschte, wurde ein Abzug erstellt … Mein Gedanke war: wie viele Kunstwerke wohl irgendwo bei jemandem rumhängen, auf dem Dachboden oder im Keller liegen, unbeachtet, die einen ebensolchen Wert haben?

Die Partnerstadt Neustadt an der Orla, hat eine Delegation der Stadt bzw. der Feuerwehr gesandt (u.a.
der Beigeordnete Ralf Weiße und der Kommandant Ronny Kaufmann). Auch sie überreichen Geschenke – eine Schlauchkupplung, mit Gravur als Zeichen der festen Verbindung – und Wurst aus Thüringen. Letztere wird wohl vernichtet werden, aber für all die schönen anderen Mitbringsel muss nun wohl eine neue Vitrine gebaut werden …

Von der Partnerfeuerwehr aus Winiary (Polen) sind auch ein paar Herren angereist (u.a. der Kommandant). Die Verständigung hier ist nicht ganz so einfach. Eine Dame hatte sich bereit erklärt, als Übersetzerin zu fungieren. Allerdings traut sie sich dann auf der Bühne nicht so recht und wahrscheinlich vergisst sie vor lauter Aufregung das Deutsche oder Polnische oder Beides. Sie schaffte es nicht so recht ins Mikro zu sprechen; nur ein Satz kam laut und deutlich an: Das ist mir jetzt voll peinlich … hm … Wirklich auffallen tut es nicht, denn in der Halle ist es laut und auf der Bühne herrscht etwas Durcheinander beim Überreichen der Geschenke. Dies sind unter anderem Figuren aus Salzgestein (das Salzbergwerk im in der Nähe des Ortes ist eines der ältesten und bekanntesten Salzbergwerke der Welt). Sie sind wirklich wunderschön!

Die Partnerstadt Laupheims, Feyzin, hat drei Stadträte und vier Feuerwehrleute, u.a. den Fize-Kommandant Gilles Dolivera (ich habe extra das franz. Wort dafür vorher gegoogelt : sapeurs pompiers) geschickt. Hier übersetzt eine Dame aus Laupheim, die dies wohl schon öfter getan hatte bzw. etwas geübter ist, vor Publikum zu sprechen. Alles läuft reibungslos.
Auch hier natürlich Geschenke – vor allem viel Wein (schließlich ist die Gegend bekannt dafür), für FW und Stadt … und vieles mehr (irgendwie hört das gar nicht mehr auf).
Auch spricht Gérad Vernay, einer der Stadträte und Vorsitzender des Vereins Amitié Feyzin-Laupheim) gleich eine Gegeneinladung nach Feyzin aus. Diese schon für den vierten Januar 2016, an dem sich das wohl prägendste Ereignis der Region zum 50sten Mal jährt. Feyzin liegt etwa 10 km südlich von Lyon. Traurige Bekanntheit erhielt der Ort 1966. In der großen Raffinerie, ereignete sich damals ein schwerer Unfall. Propan-Gas entwich aus einem Leck und wurde durch Funkenwurf eines vorüberfahrenden Fahrzeuges entzündet. Mehrere Propan-Tanks explodierten in Folge. Dieses Unglück galt als das erste größere industrielle Nachkriegsunglück in Frankreich und der Begriff des BLEVE (Boiling Liquid Expanding Vapour Explosion), eine Gasexplosion einer expandierenden siedenden Flüssigkeit, etablierte sich in der französischen Presse. Es gab 18 Todesopfer, zum großen Teil Feuerwehrleute.

Nachdem nun alle Geschenke ausgetauscht und die Reden gehalten sind, werden die ‚Hungerrufe‘ lauter. Doch bevor es zum Sturm auf das kalte und warme Büffet geht, gibt es noch eine Einlage mit einem Comedy-Zauberer. Er zeigt ein paar gute Tricks, erzählt dazu lustige Geschichten. Ob die Unruhe im Saal nun daran liegt, dass manchem der Magen knurrt oder die Show des Zauberers nicht gut ankommt – keine Ahnung. Ich jedenfalls finde, er bekommt nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte; aber vielleicht tue ich Allen Unrecht und die Laupheimer sind einfach ein wenig zurückhaltender im Ausdruck ihrer Begeisterung …

… und dann gibt es endlich was zu essen, so denken wohl viele. Da bin ich nun die, die sich in Zurückhaltung übt. Dennoch probiere ich natürlich auch von den leckeren Salaten und Vorspeisen. Das Fleisch spare ich mir, da es mal wieder in einer weinhaltigen Soße serviert wird. So tun es dann auch ein paar Kroketten und Kartoffelgratin.

Nachdem der Zauberer dann nochmal ein paar seiner Kunststücke gezeigt
hat, spielt der Spielmannszug der FW auf. Denn zu einem solchen ‚Kameradschaftsabend‘ gehört natürlich auch, dass das Feuerwehrlied gesungen werden muss. Damit sich nun keiner rausreden kann, er könne nicht mitsingen, in Ermangelung der Textkenntnis, haben fleißige Helfer eben diesen auf Stücke aus pergamentartigem Papier gedruckt, das zur Deko um die Windlichter auf den Tischen geschwungen ist. Na dann Kameraden … So kann sich keiner rausreden, nicht mitzusingen – außer mir, bin ja kein FW-Mann bzw. -Frau.

Letztlich der Nachtisch. Die Massen (es sind wohl gut 250 - 300 Menschen anwesend) stürmen los, als hätte es den ganzen Abend noch nichts zu essen gegeben. Ich sehnte mich nur nach einem Kaffee, den ich dann irgendwann auch bekomme; der allerdings ist nur lauwarm und schmeckt nicht besonders gut … nun, ich werde es überstehen, hoffe ich.

Der Abend geht weiter … Später gibt es draußen noch eine Show des Duo Chicago; eine Feuershow mit guten Comedy-Einlagen. Ein etwas schwarzer Humor, manchmal. Ich versuche gar nicht erst, das hier wiederzugeben, denn es käme so wie so nicht rüber – wie das bei Situationskomik so ist, aber richtig gut. Viele der Zuschauer konnten sich – als sie aus der Halle nach draußen gekommen sind – nicht von ihren Gläsern trennen und so ist der Applaus teilweise etwas dürftig – aber ich denke gefallen hat es allen.

Nach all dem Offiziellen geht es dann - ganz offiziell - zum gemütlichen Teil über. Die Schnaps-Bar und die Weinlaube (eigens hierfür gebaut) werden eröffnet. Das heißt für viele sich dem Bierglas widmen und Helene Fischer hören‘. Naja. Immerhin, einige tanzten dann später zu Boney Ms ‚Rivers of Babylon‘ und ‚Amarillo‘ von Tony Christie (ein DJ legt auf).

Gegen zwei machen wir uns auf Clyde abzuholen … und dann eine halbe Stunde später sehr müde ins Bett zu fallen.

 
Tag zwei … Samstag

Wirklich richtig richtig ausschlafen ist nicht, gleichwohl das Programm für uns heute nicht gleich am Vormittag beginnt. Aber es gilt den Hund zu versorgen und Gassi zu gehen, Frühstücken, ein kurzen Blick auf meine Mails werfen und dann ist es schon Zeit sich umzuziehen und sich Richtung Gerätehaus / Feuerwehrhaus aufzumachen. Wir beschließen, dass wir zu Fuß gehen. Später sind wir sowieso mit Feuerwehrfahrzeugen (Mannschaftswagen) unterwegs.

Im FW-Haus herrscht schon hektische Betriebsamkeit – das heißt überall wuseln wieder die fleißigen Helfer rum und beseitigen die Spuren der Party von gestern Abend.

Da noch etwas Zeit ist, beschließen Klaus und ich einen Blick in die Ausstellung zu werfen, die im oberen Stockwerk im Saal aufgebaut ist. Diese, von Achim Jörg und Manfred Schwarz konzipierte Ausstellung, unter dem Motto ‚FFW Laupheim - Feuerwehr gestern und heute‘ dokumentiert 150 Jahre Laupheimer Feuerwehrgeschichte. Sehr liebevoll wurden hier zum einen Ausrüstungsgegenstände, an denen sich die technische Entwicklung über die Jahrzehnte ablesen lässt, Fotos, Dokumente und Zeitungsberichte zusammen getragen. Richtig toll, finde ich, bin begeistert!
Allzu viel Zeit die Ausstellung zu genießen bleibt aber nicht. Wie erwähnt hatte gestern Abend eine Dame der Stadt bzw. des Partnerstadtkomitees die Übersetzung für die französischen Gäste übernommen. Heute nun darf ich ran. Ich gebe zu, etwas nervös bin ich ja schon, da ich seit einer Ewigkeit kein Französisch gesprochen habe. Meine Vorbereitung bestand darin, dass ich im Auto die CD von Zaz (franz. Sängerin) mehrmals angehört habe. Aber das macht mich nun erst recht nicht sicher, dass ich das hinkriege. Egal, wird schon irgendwie gehen.
Gegen halb eins treffen die Gastdelegationen ein. Zunächst Neustadt/Orla und die Polen aus Winiary, die alle erstmal ein gutes Kronenbier (ortsansässige Brauerei in Laupheim) trinken müssen. Man erklärt mir, das heißt dann, die leiden an Unterhopfung .. nun gut …

Bald darauf treffen auch die Franzosen ein. Zum Einstieg gibt es eine kleine Führung durch das FW Haus und ich stoße sehr schnell an meine Wortschatzgrenze bei den technischen Details. Aber mit jedem Satz merke ich, dass zumindest die allgemeine Konversation ganz gut funktioniert.

Auf dem Nachmittagsprogramm steht dann ein Highlight. Das Ziel ist der Flugplatz von Laupheim, bzw. die dortige Feuerwache. Normalerweise kommt man dort gar nicht hin, da das Ganze Militärgelände ist und Flugbetrieb herrscht. Aber am Wochenende ist die Kaserne leer (also wenn jemand mal Deutschland angreifen wollte, wäre wohl ein Samstag oder Sonntag ein guter Tag dafür), so kommen wir problemlos durch (natürlich werden wir an der Pforte abgeholt, denn ganz so einfach kommt man dann doch nicht rein).
Ein herzliches Willkommen. Und schon stehen die Männer um die großen Feuerwehrautos herum. Also ich meine, die sind wirklich groß! Beim Übersetzen der technischen Details gerate ich zwar hin und wieder ins Stocken, aber im großen Ganzen klappt die Verständigung.

Einmal Feuerwehrmann sein, welcher kleine Junge träumt nicht davon! Die Realität im Dienst der FW ist dann allerdings im Normalfall nicht ganz so romantisch und wenn sich jemand dazu entschließt, werden ob der Einsatztätigkeit, auch die jüngsten schnell zu Männern. Doch wie sie nun vor den großen rot-gelben Feuerwehrautos stehen, werden sie wieder zu kleinen Jungs. Glänzende Augen, aufgeregtes Geplapper, mal vorsichtig alles anfassen und dann wieder staunend davor stehen. Wer immer diese Idee hatte, sehr gelungen, denke ich.
Wir bekommen auch noch einen kleinen Vortrag über die FW am Laupheimer Flugplatz. Kurz, knackig, gut! Ich gebe mir Mühe mit der Übersetzung und alle sind zufrieden.

Zum Schluss dann das absolute Highlight dieses Besuches für die Jungs! Es ist ja schon eine tolle Ausnahme, dass wir überhaupt hier auf den Flugplatz ins Militärgelände durften. Aber da heute am Samstag kein Flugbetrieb ist, dürfen nun alle der Reihe nach noch mal mit den großen tollen Autos mitfahren. Diese sind nicht nur groß, sondern auch besonders schnell. Rasend über das Flugfeld fahren und dann in hohen Wasserfontänen die Tanks leeren… da lasse selbst ich mich von der Begeisterung anstecken. - Ein Dank an die Feuerwehr des Flugplatz Laupheim, ein gelungener Nachmittag!
Wir stehen noch komplett unter den Eindrücken als wir zurückfahren. Ein Teil der Truppe fährt direkt ins Gerätehaus; Anton und ich begleiten die Franzosen noch zur lokalen Brauerei in Laupheim (besagte Kronenbrauerei). Sie wollen unbedingt ein bisschen des guten deutschen Bieres mit nach Frankreich nehmen. Anton hatte kurz vorher mit dem Besitzer Hr. Eble telefoniert und unser Kommen angekündigt. Für mich, die ich nie irgendwo lange gewohnt habe und auch selten in einem solchen kleinen Ort wie Laupheim, immer wieder erstaunlich. Da kennt doch irgendwie jeder jeden oder einen und kann dann mal schnell am Samstagmittag so etwas organisieren. Und dann mit einem einfachen ‚geht mit auf die Rechnung‘ ein paar Kisten Bier einladen und wegfahren. Die Gäste sind überglücklich. Hat ja auch irgendwie was …


Im FW-Haus wartet dann noch eine Besonderheit auf uns. Die Kameraden der FFW Laupheim haben die Drehleiter aufgebaut und nun dürfen wir reih um mit hinauf. 30 m hoch! Nichts für Menschen mit Höhenangst. Ich habe zwar die meine inzwischen weitgehend überwunden, dennoch ist mir ein wenig mulmig zumute da ganz oben in diesem kleinen Korb. Doch der Rundumblick über Laupheim und Umgebung ist einfach fantastisch!

Bevor es dann zum Abendessen geht, möchten die französischen Gäste noch ins Hotel um sich umzuziehen. Klaus und ich nehmen Clyde und fahren mit dem VR-Mobil (auch ein Fahrzeug der FW, eine Spende der lokalen Volksbank) zur Wohnung um Clyde zu füttern und mit ihm Gassi zu gehen. Um kurz nach sechs holen wir dann die franz. Delegation, die im Laupheimer Hof übernachtet – vis a vis von Klaus Wohnung – ab. Das heißt, bis dann alle da sind, ist es halb sieben. Die haben wohl noch schnell ein Nickerchen gemacht und von großen rot-gelben Autos geträumt …

Klaus fährt uns zum Schützen, eines der Lokale in Laupheim. Eher rustikal einfach gehalten, aber groß. Ich bin kein großer Fan, denn mir scheint immer, dass die Belüftung hier sehr schlecht ist. Sprich, wenn man rauskommt, ‚riecht‘ alles nach Fett und Küche. Und die letzte Erfahrung mit einem Essen hier war auch nicht sehr positiv. Wenn man mit mehr als vier Personen auf einmal kommt (wir sind heute ca. 30 Personen), dann sind die ersten schon beim Kaffee danach, während die letzten noch hungrig auf ihr Essen warten. Nun, ich würde mich ja eines Besseren belehren lassen … doch auch diesmal ist es so. Die Essen kommen schleppend und in der ‚falschen Reihenfolge‘ – also wer zuletzt kam bekommt zuerst, usw. Als wir dann – als letzte – unser Steak bekommen, sind zumindest die Pommes gut und das Fleisch ist okay. Clyde und mir schmeckt es jedenfalls. Allerdings ist es inzwischen so spät, dass ich keinen großen Hunger mehr habe, was den Hund freut, so bekommt er mehr.

Die Franzosen beschließen zu Fuß zurück in die Stadt zu laufen, da es nicht weit ist und nach dem Essen gut tut. Clyde und ich kommen mit. Etwas frische Luft schadet auch uns nicht.
In Laupheims Stadtmitte ist dieses Wochenende „Kulinarische Nacht“. Ein paar ortsansässige Lokale haben sich zusammengetan und bewirten hier Gäste auf einem etwas höheren Niveau. Ein kleines Festzelt ist aufgebaut, es gibt reichlich Wein und Coctails etc. Und ob des recht guten Wetters ist es voll.
Hier runden wir den Tag ab. Die Herren trinken noch ein paar Bier, ich übersetzte weiter fleißig mal nach rechts und mal nach links, unterhalte mich mit den Franzosen und trinke kein Bier … Irgendwann bin ich dann schon ganz heiser und sehne mich nach dem Bett. Doch jedes Mal wenn ich mir gerade überlege nun zu gehen, gibt es noch etwas zu reden. Es macht mir wirklich Spaß, aber ist auch super anstrengend.
Als die Herren dann – gegen halb zwei – noch beschließen eine weitere Runde im Finnigans (irischer Pub) trinken zu gehen, passe ich. Inzwischen sind auch alle auf einem Alkoholniveau angekommen, in dem die Verständigung ohne Übersetzer klappt (Zitat eines Teilnehmers: ... am Ende des Abends konnte ich fließend Französisch und der Franzose Deutsch. Ich weiß nicht wie, aber es ging …).
Ich nehme noch die einzige Dame der Delegation mit, Samira Oubourich, da das Hotel ja auf dem Weg liegt. Sie ist junge 24 Jahre, aber wirklich gut drauf und sehr nett. Sie trinkt (aus glaubensgründen) keinen Alkohol, was mir natürlich sympatisch ist. Wir plaudern noch ein wenig.

Klaus war schon zwei Stunden früher mit Clyde nach Hause gegangen. Dies nicht etwa, weil er nicht feiern wollte, sondern eher aus Vernunftsgründen – er will nämlich morgen früh Marathon laufen.
Ich will nur noch schlafen, was ich dann auch bald tue … träumender Weise begleitet von großen rot-gelben Ungetümen …
 

Tag drei … Sonntag

Auch heute ist nix mit Ausschlafen. Klaus steht schon um sechs Uhr auf. Er und sein Freund Matthias wollten heute in Ulm beim Einstein Marathon mitlaufen (Halbmarathon). Na ob das gut geht? Nun, letztlich gilt da wohl der olympische Gedanke, dabei sein ist alles. Egal in welcher Zeit man die etwas über 21 Km läuft …

Ich bleibe noch eine halbe Stunde länger liegen, aber dann ist es auch für mich Zeit. Ab ins Bad, dann Hund versorgen (füttern und Gassi gehen).
Heute Vormittag steht als erstes ein Jubiläumsgottesdienst in der St. Peter und Paul Kirche in Laupheim auf dem Programm, nebst anschließender Fahrzeugweihe des neuen Einsatzfahrzeuges.
Da ja Hunde in Kirchen nicht so gerne gesehen werden (wobei ich das überhaupt nicht verstehe, denn ich denke der meine würde wesentlich weniger Lärm machen als die Kinder, denen der Eintritt auch nicht verwehrt wird … aber gut, das ist eine andere Geschichte) ...auf jeden Fall darf er nicht mit und so bringe ich ihn nochmal zu Tatjana. Ich bin dankbar, dass sie ihr Freund und ihre Mädels gerne auf den Kleinen aufpassen, denn sonst wäre es wohl etwas schwierig geworden.

Gegen halb neun treffe ich dann die franz. Delegation am Hotel. Sie scheinen trotz der langen bzw. kurzen Nacht recht fit. Zusammen gehen wir zu Fuß zum Kirchberg hoch. Anmerkung von Gil: es ist schon interessant, dass hier die Brauerei direkt neben der Kirche steht – oder ist es eher umgekehrt?

Der Gottesdienst selbst ist dann aus meiner Sicht sehr katholisch: aufstehen, hinsetzten, aufstehen, hinsetzen – wohl damit man nicht einschläft. Nichtsdestotrotz ist es sehr festlich, wenn nicht gar feierlich. Im Altarraum stehen die Fahnenträger mit den Fahnen der teilnehmenden Feuerwehren aus dem Umkreis. Und ganz allgemein ist es so gestaltet, dass es nicht gähnend langweilig ist. Toll finde ich, als der Chor das Lied ‚Hab‘ Dank Kamerad‘ singt, wozu die Orgel spielt. Als Einleitung so etwas wie Sirenengeheul, toll arrangiert von der Organistin extra zu diesem Anlass.
 
Nach der Messe ist dann draußen – bei übrigens herrlichstem Wetter – die Fahrzeugweihe des neuen HLF (Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug der Stützpunktwehr – nur der Form halber sei dies hier erwähnt).

Die Franzosen verteilen sich auf neben dem Bürgermeister und mit den anderen Feuerwehr-Leuten. Ich halte mich vornehm zurück und schaue von der Treppe aus zu, da habe ich wenigstens den Überblick. Der Spielmannszug spielt auf und der Stadtpfarrer sagt noch ein paar Worte, bevor er das Fahrzeug mit Gottes Segen seiner Bestimmung übergibt.
Ich finde es sieht schon beeindruckend aus, die bestimmt hundert Feuerwehrkameraden in Uniform in Reih und Glied, die Honoratioren gegenüber, die Musiker und das Publikum. Alle ergriffen von dem feierlichen Moment.

Nach der Weihe gibt einen Zug durch die Straßen Laupheims. Der Spielmannszug spielt – nun passend – Marschmusik. Es folgen die Fahnenträger, dann die hohen Herren, die Feuerwehrmänner und -frauen und zu guter Letzt das gemeine Fußvolk. Ich finde es hat durchaus was, mitten am Tag mitten auf der Straße zu laufen…

Am Gerätehaus ist schon einiges los. Es scheint, dass das recht gute Wetter doch viele Besucher hierher gelockt hat. Ich freue mich für die FFW, verdient für all die Mühen.

Ich kümmere mich darum, dass mein franz. Freunde ihre ‚Coupons‘ für Essen und Trinken bekommen. Derweil lädt der Bürgermeister sie ein an seinem Tisch zu sitzen. Also muss, äh darf, ich auch dazu, denn Herr Kapellen spricht kein Französisch und so übersetze, wo es nötig ist.

Es gibt reichlich zu Essen … das heißt dann doch nicht ganz, denn die FFW Laupheim hatte gar nicht mit einem solchen Menschenandrang gerechnet. Die Schlange an der Essensausgabe ist lang und kurzzeitig geht dann sogar mal das Fleisch aus. Zum Glück ist der Kontakt zum Fleischlieferanten Angele gut (wie schon gestern bei der Brauerei, auch hier viel Vitamin B) und es kann relativ schnell Nachschub besorgt werden. Es wird gegrillt und gebrutzelt was das Zeug hält, damit alle satt und zufrieden sind.
Auch für Kaffee und Kuchen ist gesorgt. Letzteren haben die fleißigen FW-Frauen gebacken – zumindest einen großen Teil. Denn auch hier muss bald Nachschub besorgt werden, denn inzwischen sind hunderte von Besuchern da.

Da ich weiterhin damit beschäftigt bin hin und her zu übersetzten, bekomme ich von der Spielstraße der Jugendfeuerwehr und der Fahrzeug- und Oldtimerschau nicht so sehr viel mit.
Dafür umso mehr von der musikalischen Unterhaltung der „Alt-Laupheimer“ und der MV Achstetten, weil wir direkt vor der Bühne sitzen. Ich höre jedes Mal erleichtertes Aufatmen, wenn die Musik eine Pause macht – es ist furchtbar laut.

Wie gesagt, beim Anblick von Feuerwehrautos, werden Männer zu Jungs – das ist auch bei der Oldtimer Schau so. Die franz. Pompiers (Feuerwehrmänner) erzählen mir begeistert von den Feuerwehr-Oldtimer, die draußen dicht an dicht stehen. Und ich darf auch gleich die gemachten Handy-Fotos begutachten. Der Stolz, ein kurzes Video mit dem Sirenengeheul eines der alten Autos

Irgendwann verabschiedet sich der Bürgermeister und die Franzosen beschließen kurz zum Hotel zu gehen und sich umzuziehen. Ich nutze die Zeit zum Durchatmen. Auch gibt es mir Gelegenheit, zusammen mit Frau Guss (ich erfahre, sie ist die ehemalige Leiterin des Partnerstadt-Komitees und wird nachher die Delegation ‚übernehmen‘), ein wenig bei den Schauübungen zuzusehen.

Unter anderem wird ein Einsatz ‚Technische Hilfeleistung‘ gezeigt. Hierfür hat man einen Unfall mit einem Radlader und einem Auto simuliert. Letzteres liegt halb zerquetscht unter der großen Schaufel und der Fahrer ist lebensgefährlich eingeklemmt. Es dauert nicht lange, da kommt mit Sirenengeheul das nagelneue HLF angefahren. Mit geübten Griffen ziehen die FWler den Unfallwagen unter dem Baustellenfahrzeug raus, stabilisieren ihn, trennen die Scheiben heraus, entfernen mit hydraulischem Werkzeug Türen und Dach und bergen den Verletzten … zum Glück nur eine Puppe.

Dann wird es brenzlig. Andreas, als FW Kommandant tut sich sichtlich schwer, den Befehl zu geben, das Feuer zu entfachen, aber es ist ja zu Demonstrationszwecken. Aus Paletten haben die Männer eine Art Hütte gewerkelt, diese mit einer Plastikplane überzogen und Stroh gefüllt. Es dauert nur Sekunden, da brennt es lichterloh. Der Wind tut das sein dazu. 

Als erstes wird ein Einsatz gezeigt, wie er wohl vor hundertfünfzig Jahren stattgefunden haben könnte, dargestellt von der Historischen Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Biberach. Eingesetzt wird eine alte Original-Wasserspritze und ein sogenannter Hydrantenwagen (ich gebe zu, ich hab‘s gegoogelt). Die Spritzen- und Schlauchmannschaft macht sich ans Löschen, wobei von Hand gepumpt wird. Bald rinnt unter den Helmen der Schweiß. Und der beißende Rauch, der nun nicht mehr aufsteigt, zieht direkt in meine Richtung und die Fahrzeughalle – wo die Tore geöffnet wurden. Ich habe großen Respekt vor Feuer, aber den Geruch von verbranntem Holz mag ich. Es erinnert mich an Lagerfeuerromantik …
Eine zweite Demonstration zeigt den Einsatz bei einem Brand mit dem nagelneuen HLF 20 – mit Atemschutz und modernster Technik. Nicht weniger imposant für die Zuschauer und schweißtreibend für die Feuerwehr-Leute.

Die franz. Delegation hat auch zugeschaut und kommt nun zurück zum Treffpunkt. Es soll noch eine kleine  Zusammenkunft in der Floriansstube geben. Diesmal bekommen die Franzosen die Geschenken und es werden Shirts mit dem jeweiligen Feuerwehrabzeichen ausgetauscht. Es gibt von Seiten der Gäste viel Lob und Dank an die Feuerwehr, für die gute Betreuung, die super Organisation und das tolle Programm. Zum Abschluss wird noch ein Erinnerungsfoto gemacht. Da ich meinen Teil beigetragen habe, darf ich mit auf das Bild. Und auch mein Clyde wird hier – mitten zwischen den Feuerwehrleuten sitzend – in der Laupheimer FW-Chronik verewigt …

Es ist Zeit Abschied zu nehmen. Das weitere Programm für die Delegation wird vom Partnerstadtkomitee der Stadt Laupheim gestaltet und meine Aufgabe ist erfüllt. Natürlich all das nicht ohne mir das Versprechen abzunehmen mal nach Feyzin zu kommen. Nun es könnte sein, dass sich schon bald eine solche Gelegenheit bietet – aber das ist ein andere Geschichte.

Auch wenn das Fest nun noch weiter geht, beschließe ich zu gehen. Ich bin doch ziemlich Ko, muss noch zurück nach Leinfelden fahren und darf morgen wieder ins Büro gehen.

Was mir bleibt, sind tolle Erinnerungen an ein gelungenes Fest, neue Freundschaften die geknüpft wurden, ein bisschen ein Gefühl zu der Gemeinschaft der FFW Laupheim dazu zu gehören … und ein leichter Brandgeruch in der Nase…

As always
Thank your for your time
Wiebke


PS: … so ganz bin ich dann doch noch nicht fertig mit der Feuerwehr, bzw. dem Jubiläumswochenende. Als ich etwas später in Richtung nach Hause unterwegs bin, sehe ich weiter vorne auf der Straße etwas Rotes fahren. Beim Näherkommen stelle ich fest, es sind zwei der Oldtimer-Feuerwehrfahrzeuge der FW Tübingen. Wie schön, denke ich und fahre ihnen ganz gemütlich eine Weile hinterher, bis sie abbiegen. Mein kleines Extra zur Abrundung eines feuerwehrlastigen Wochenendes ….

Selbstfürsorge ...



Heute Morgen bin ich über diesen Text gestolpert, ein guter Gedanke … (Foto: Focebadón)

Was tust Du heute Gutes für dich? Jetzt überlegst Du wahrscheinlich, warum jetzt diese Frage kommt?
Nun, weil ich es so oft erlebe, dass die Menschen immer nur ihren Pflichten nachkommen. Immer an Anderes und Andere denken nur nicht an sich selbst. Oft bis zur Erschöpfung, im Job in der Familie, in der Partnerschaft, im Verein.
Und da frage ich mich: wie wollen sie wirklich gut sein, dauerhaft gut sein zu anderen oder bei dem was sie tun, wenn sie nicht gut zu sich selbst sind?
Auch die guten Dinge tun muss man lernen, sie brauchen Gewöhnung und Rhythmus.
Was also tust Du heute Gutes für dich?
Wieso gerade heute, könntest Du fragen, mehr oder weniger mitten in der Woche. Heute hab ich keine Zeit. Zu viel Stress, zu viel Erledigungen, das passt nicht in meinen Alltag, könntest Du sagen. Doch, passt schon.
Man muss es sich nur klar machen, dass jeder Tag die Gelegenheit bietet sich selbst etwas Gutes zu tun. Und wenn es nur die Pausen sind, die Du machst. Denn die geben Dir den Blick auf Deine Gelegenheiten Dir Gutes zu tun.
Und was könnte das sein? Was könntest Du Dir Gutes tun? Das weißt Du schon, in Dir drin: Dem einen ist es ein Stückchen Schokolade, dem anderen Zeit für einen Menschen. Der einen das gute Gespräch, dem anderen der Spaziergang in die Natur. Da sind die Möglichkeiten so vielfältig wie die Menschen.
Was tust Du also heute Gutes für Dich? Ja, auf das Tun kommt es an. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“, allein die Absicht reicht nicht.
Und warum solltest Du Dir regelmäßig etwas Gutes tun? Weil es Dich an Leib und Seele gesund hält. Selbstfürsorge nennt man das auch. Für sich selbst sorgen. Nicht nur damit Du weiter funktionieren kannst, sondern weil es Dir gut tut, weil Du es wert bist! Weil Du ein einmaliges Wesen dieser Welt bist, das eine ganz begrenzte Zeit auf diesem Planeten hat. Und diese Zeit so gut wie möglich verbringen sollte.
Und weil Du gewollt, geliebt und kostbar bist. Und mit Kostbarkeiten geht man doch gut um, oder?